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Im Meyer

Mittwoch 21. Februar 2018: Verpflichtungen habe ich an diesem Tag nur eine, zwei Stunden Homeschooling am Morgen. Bevor diese losgehen spaziere ich zielbewusst zum Wald hoch. Ich brauche Natur um mich zu erden. Am folgenden Tag findet nämlich das Konzert im Meyer statt und da bin ich bis am Nachmittag verplant. 

*seufz* die Waldluft und Ruhe tun gut und das Plätschern eines kleinen Bächleins. Der Tag nimmt seinen Lauf. Wow. Ich hab den ganzen Nachmittag für mich, so kann ich alle Songs noch einmal schön durchgehen und die Reihenfolge fürs Konzert. Hm. Irgendwie engt mich die Wohnung ein. Ich muss aufräumen! Und das tue ich und zwar gründlich. Wie soll ich sonst klar denken und die Energie frei fliessen lassen können? Nachdem auch noch der gewaschene Kleiderberg im Wohnzimmer verschwunden ist, fühle ich mich viel besser. Die Zeit läuft und ich finde tausend Dinge, die ich unbedingt noch erledigen muss.

Schliesslich zeigt die Uhr um die 22.00 Uhr bis ich mich endlich noch einmal mit dem Konzert befasse. Jetzt gibt es keinen Ausweg mehr. Ich quartiere mich für die Nacht im Wohnzimmer ein und mache leise noch einmal mein Set durch und ordne mich. Doch, das kommt gut. 

 

Donnerstag 22. Februar: Es ist soweit. Am Ende dieses Tages werde ich um eine Konzerterfahrung reicher sein. Mein ganzes Set, also alle meine Songs werde ich spielen mit zwei Covers, das habe ich bis jetzt noch nie getan. 

Der Tag verläuft harmonisch, somit kann ich mit Vollpower ans Konzert. Im Meyer werde ich fröhlich empfangen und herzlich betreut. Ein Hammer Burger-Essen (natürlich vegi) wird auf den Tisch gezaubert und vertreibt etwas das flaue Nervositätsgefühl. Und dann geht's los. Bekannte Gesichter sammeln sich vor der Bühne auf der linken Seite, andere Stammgäste usw. auf der rechten. Als ich mit dem ersten Song beginne, merke ich: "Mann ist das laut!". Die Gespräche scheinen in der gleichen Lautstärke wie meine Musik. Puh, echtes Fokus-Training. Doch es ist mir auch egal. Ich fühl mich fit und kann mich reinlegen. Sogar meine neue Band (ja!!) ist gekommen und viele aufmerksame Augen und Ohren unterstützen mich, zumindest auf meiner Seite der Beiz. Das hat riesig gut getan, vielen Dank. 

Nach zwei Sets mit einer kleinen Pause dazwischen ist es überstanden. Blöd eigentlich. Dieser Kampf. Schliesslich gehört es zum schönsten auf der Welt, auf der Bühne zu stehen und zu performen und dazu noch die eigenen Lieder, Jackpot...

Wie krass, dass es den Frauen im Iran verboten ist, in der Öffentlichkeit zu singen. Ziemlich genau vor einem Jahr besuchten wir dieses spannende Land mit den wunderschönen Moscheen (überall), Plätzen (Isfahan), Bazars (überall), Wüsten, Bergen...Was wohl passiert wäre, wenn ich mich dort als Strassenmusikerin versucht hätte? Uiuiui. 

Das Konzert im Meyer bot eine super Gelegenheit für mich und somit bin ich mehr als dankbar. 

Meinem Pakt, jeden Monat ein Konzert zu spielen, bin ich im Februar mehrmals gefolgt. Yeah. Im Januar wurde ich als musikalischer Act in einer Semesterarbeitspräsentation der Tourisfachschülerinnen und -schüler gebucht, im Kulturhof Hinter Musegg. Dieser Anlass verlief auch supi. Obwohl die Leute mit Kuchenessen und Wettbewerb-Ausfüllen beschäftigt waren, schenkten sie mir ihre Aufmerksamkeit. Ich hab sie gut gespürt. Uuuhh, aber so ist es nun mal.

May the music be with you.

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Kommentare: 1
  • #1

    meron cheay (Montag, 26 Februar 2018 22:51)

    wawww macht weiter leni ,ich habe deine song gehort gefalt mir gut ein tag du bist sehr bekannt singer